Digital Natives – sie wollen doch nur… Wertschätzung!

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So gelingt die Führung von Digital Natives

Digital Natives – sie wollen doch nur… Wertschätzung!

Technikverliebt, Kopfhörer im Ohr und permanent den Blick auf das Smartphone geheftet – so ist in etwa das Bild, was einem zuerst in den Sinn kommt, wenn wir an „Digital Natives“ denken. Da geht es vielen Führungskräften, die nun von berufswegen mit dieser Generation zu tun haben, vermutlich nicht anders.

Unsicherheit macht sich in deutschen Führungsetagen breit, wenn es um den richtigen Umgang mit den Vertretern der Generation Y geht, wie die Digital Natives auch bezeichnet werden.

Ähnlich wie bei Erziehungsratgebern für Kinder reicht die Bandbreite für den richtigen Führungsstil in Bezug auf die Digital Natives von „zart bis hart“. Manche Autoren zweifeln generell und überhaupt am Erfolg dieser Generation, die sich von ihren Ansprüchen her nicht unbedingt extrem von den vorangegangenen unterscheidet. Aber sie hat die größte Macht von allen bisherigen, auf der Befriedigung dieser Ansprüche zu bestehen.

Tipps aus der Praxis vom Profi

Mit den Digital Natives haben es die Führungskräfte am einfachsten, für die ein wertschätzender Führungsstil – geprägt von Achtsamkeit und Respekt – von jeher eine Selbstverständlichkeit ist.

Barbara Liebermeister

Nur die wenigsten Führungskräfte ruhen in sich und sind von Natur aus mit Souveränität gesegnet.

Wann immer jedoch Konkurrenzkampf, Karriere-Interessen, eigene Überschätzung oder Selbstzweifel, (Versagens-)Ängste und Überbelastung ins Spiel kommen, geht das zu Lasten der Wertschätzung – egal in welchem Bereich.

Mit Persönlichkeitsentwicklung und Coaching der geforderten Führungskräfte und dem täglichen Lob an den Mitarbeiter – egal welcher Generation –  allein ist es dabei nicht getan.

Das komplette Arbeitsumfeld eines Unternehmens, die Arbeitsabläufe und die Unternehmenskommunikation bilden den Rahmen für ein umfassendes Klima der Wertschätzung. Wertschätzung ist die Basis einer gesunden, prosperierenden Unternehmenskultur.

Und die (Unternehmens-)Kommunikation ist das Ausdrucksmittel für diese Wertschätzung. Das betrifft die Kommunikation im Innen wie im Außen. Die Bemühungen vieler Unternehmen, ihre Wertschätzung dem Kunden gegenüber zum Ausdruck zu bringen wären umso erfolgreicher, je besser es gelingt, die eigenen Mitarbeiter mit derselben zu behandeln.

Was lange Zeit also in den Unternehmen zugunsten von Lean Management und Shareholder Value Maßgaben vernachlässigt wurde, droht sich jetzt negativ auf die Bilanz auszuwirken. Denn an der Generation Y ist nun mal kein Vorbeikommen. Man kann auch nicht einfach warten, bis die nächste Generation herangewachsen ist, in der Hoffnung diese wären dann „pflegeleichter“.

Aber ist es denn wirklich so kompliziert und anstrengend, Mitarbeiter ernst zu nehmen und ihnen offene Strukturen zum Arbeiten zu gewähren?

Natürlich erfordert der Umgang mit den Digital Natives auch, sich mit der Technik, Social Media etc. zu beschäftigen. Aber wenn es die Vorgänger-Generation geschafft hat, von der Schreibmaschine auf den PC umzusteigen, dann kann es doch kaum zuviel verlangt sein, sich mal mit dem Potenzial heutigen digitalen Möglichkeiten zu befassen.

Das bedeutet nicht, dass jedes Meeting nun via „WhatsApp“ einberufen werden muss. Aber die Zeiten des Kassenbuchs in Papierform mit dem Kohledurchschlagspapier sind nun definitiv vorbei. Das sollte sich auch im Führungsstil und der Organisation des Arbeitsumfeldes und der Arbeitsabläufe wiederspiegeln.

Die neue (wahre) Führungskraft der Digital Natives

Vielleicht tun sich jedoch Führungskräfte der „alten Schule“ (oder gänzlich ohne jegliche Schulung in Mitarbeiterführung) so schwer im Umgang mit den Digital Natives, weil die eigentliche Führungskraft nämlich zunehmend der Kunde wird bzw. er es schon ist!

Denn in Vorreiter-Unternehmen wenn es um die Führung von Digital Natives geht, gibt es kaum noch die Führung im klassischen Sinn.

So gibt es beispielsweise Unternehmen, in denen sich die innerhalb eines Projektes zusammen arbeitenden Kollegen untereinander führen, da jeder für sich einen Bereich verantwortet, der an Qualitätsvorgaben und Firsten gebunden ist.

Und von deren Einhaltung hängt wiederum die Kundenzufriedenheit ab.

Das ist dann der Punkt, an dem Unternehmen, die sich auf die Bedürfnisse der Digital Natives eingestellt haben, umfassend punkten. Sie sind ihrer Konkurrenz um Mitarbeiter wie auch Kunden deutlich voraus und stehen auch wirtschaftlich hervorragend da.

 

Foto Quelle: Fotolia / WONG SZE FEI

Über den Autor:

Als Managementberaterin, Buchautorin („Effizientes Networking“, F.A.Z.-Verlag) und Rednerin weist sie Personen und Unternehmen den Weg zum Erfolg 3.0. Die dafür nötigen Faktoren hat sie im Begriff Alpha Intelligence gebündelt. Es sind die Fähigkeiten der Siegertypen und der Outperformer unter den Unternehmen: eine spezifische Art zu kommunizieren, strategisches Networking, souveränes Auftreten nach innen und außen, Beziehungsmarketing und Innovationsstärke.

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